6000 Sprachen werden weltweit gesprochen sagt die UNESCO. Aber weiß sie, die UNESCO, wieviele es denn genau sind? Vermutlich schon, zumindest so ungefähr, denn 6000 ist ja nicht unzählbar viel, also könnte man ja auch 5872 sagen oder ca. 5900, nur dann wäre die Schlagzeile, die die UNESCO an die Presse zur Verbreitung weitergibt etwas inkonsistent. “3000 Sprachen bedroht! Mehr als die Hälfte aller gesprochenen Sprachen vom Aussterben bedroht”, heißt es da nämlich. Und im Kleingedruckten, “jede zweite Woche verschwindet eine Sprache”. Interessant. Also verschwinden 26 Sprachen pro Jahr. Das wiederum bedeutet, in 115 Jahren und 20 Wochen wären dann die besagten 3000 Sprachen verschwunden. Gut, da kann keiner mehr von denen, die diese Rechnung aufgestellt haben, zur Rechenschaft gezogen werden. Schlauer Schachzug. Aber was soll dieses unsinnige Zahlenspiel überhaupt? Was will man bewirken? Soll man gegen diesen Trend ankämpfen? Mehr Sprachschulen? Wie? Die Globalisierung soll Schuld haben? Bitte! Das ist ja noch mehr an den Haaren herbeigezogen, als dieses Zahlenspiel. Ich glaube nicht, dass eine Sprache ausstirbt, nur weil irgendein Wüstenstamm das Wort iPod in seinen Sprachschatz einführt. Liebe UNESCO, ich bin enttäuscht, für solche bahnbrechende Erkenntnisse müßt ihr euch nicht in Paris zu einer Konferenz über sprachliche Vielfalt einfinden.
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