empfehlungen und Filme21. März 2009 - 19:48

Irgendwie habe ich diesen Film ja verpasst, denn der dürfte im letzten Sommer oder Herbst hier in den Kinos gelaufen sein, wenn überhaupt. Doch wie es der Zufall so will, kam ich letzten Sonntag in Wien recht, und konnte ihn mir noch ansehen.

Mein halbes Leben [>] läuft unter dem Label Dokumentarfilm, und handelt von Marko, der 30 wurde, seinen ersten Zahn verlor und in die Sinnkrise geriet. Was hat er erreicht? Nichts! Also begibt er sich auf eine Reise zu seiner Familie und zu seinen Freunden von früher und sieht sich an wie die das Leben meistern oder gemeistert haben. Was wurde aus ihnen, haben die vielleicht selbe oder ähnliche Probleme. Herausgekommen ist dabei ein wunderbarer Film, der vor Selbstironie nur so strotzt. Der Film lässt die Protagonisten erzählen, frei von jeglichen Wertungen. Schonungslos offen werden die Wünsche, Sehnsüchte und Vorstellungen der 30-Jährigen sowie deren Eltern und Verwandten an den Tag gekehrt und nicht selten muss man als Zuseher dabei schmunzeln. War oder ist es bei einem selbst auch so? Zu einem Teil wird sich bestimmt ein jeder selbst erkennen. Lösungen und Patentrezepte für die “schwierige” Phase mit 30 liefert der Film natürlich nicht.

Marko selbst aber, der hat es geschafft. Sein Film [>] wurde nämlich mit einigen Preisen ausgezeichnet und das zurecht.

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empfehlungen16. November 2008 - 10:41

Gestern habe ich mir Let’s make Money, die Dokumentation von Erwin Wagenhofer angesehen. Ich hätte nicht gedacht, dass mich der Film dermaßen aufwühlt. Klar wusste ich, dass Geld eine schmutzige Sache ist. Und auch war mir klar, dass die Zinsen die ich bekomme, bzw. die mir meine Bank anbietet nicht vom Himmel fallen, sondern das die aus der Begleichung von Schulden anderer Menschen stammen. Die Banken verkaufen diese Praxis der Geldvermehrung stets als sterile Mathematik und lobpreisen die Rendite in wunderschönen Balkendiagrammen. Der Film zeigt woher dieses Geld kommt, und vieles mehr an unappetitlichen Dingen. Irgendwie schockierend. Sehr empfehlenswertes Kino.

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unsortiertes4. November 2008 - 21:33

Tarantino! Da dachten viele das wäre ein italienischer oder argentinischer Fußballspieler als ich damals begann von ihm zu schwärmen. Das war nachdem ich Reservoir Dogs gesehen habe, und ein Interview mit ihm im Radio hörte. Ich war begeistert, und das zurecht, seine Filme waren einfach großartig. Zuletzt war das nicht mehr ganz so, und was muss ich heute lesen: “Tatort Kommissar spielt Hitler in Tarantino-Film”. Diese Meldung kommt dem kulinarischen Tipp eines hiesigen Stadtmagazin nahe: Tintenfisch-Presssack in Tomaten-Sugo. Tarantino wäre dann der Tintenfisch, beide mag ich, aber die anderen Zutaten passen einfach nicht. Wie soll man sich so eine Weltkriegs-Satire a la Tarantino vorstellen? Hitler stört sich an den Zwiebeln im Big Kahuna-Burger? Na ja ich weiß nicht, bin da sehr skeptisch, aber entgegen der kulinarischen Empfehlung werde ich den Film wohl doch konsumieren.

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unsortiertes27. September 2008 - 20:17

Die Farbe des Geldes, die DVD mit dem Film dieses Titels, die sollte irgendwo in meinem unsortierten Fundus rumliegen. Nicht wegen Paul Newman, der heute verstorben ist, sondern wegen Martin Scorsese hab ich die zu Hause. Schauspieler bedeuteten und bedeuten mir wenig, ich verehre immer die Regisseure. All die Meldungen von Newmans Tod schmücken sich mit Attributen wie “der letzte große …”, und ich kann mich explizit an keine einzige Szene Newmans erinnern, das finde ich komisch. Dabei zähle ich mich zu den Filminteressierten. Bei Paul Newman denke ich als erstes an Motorsport. So geht es nicht. Ich werde nach der obigen DVD suchen und sie mir ansehen. Vielleicht bringt sie mir ihn als “den letzten Großen” wieder in Erinnerung.

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unsortiertes25. Juli 2008 - 21:32

Da ist die Woche schon wieder zu Ende und ich bin eigentlich auch ganz froh drum. Auch der Monat ist bald zu Ende, wie mir ein neues Kinoprogramm hier auf dem Tisch signalisiert. Das Bloggen kam ein wenig zu kurz, dabei wollte ich, es hätte auch vieles zu erzählen gegeben, nur es war einfach zuviel los.

Ach ja, im Kino war ich, Woody Allens Cassandras Traum hab ich mir angesehen. War, wie immer, ein kurzweiliges Vergnügen. Verstehe die Kritiker wirklich nicht.

Ein Buch hab ich gelesen, von Jacob Hein, Herr Jensen steigt aus. Das hat mir auch sehr gut gefallen. Und noch ein Buch habe ich gelesen: Die Liebe der Fische von Steinunn Sigurdardóttier. Auch sehr schön, wobei mir das Lektorat ein paar zu viele Tippfehler übersehen hat.

Und, meine Promotionsurkunde habe ich mittlerweile erhalten. Sieht etwas sehr billig aus. Das Siegel der Uni wurde von der Homepage der Uni kopiert. Das (oder sagt man der?) Raster ist auf dem Ausdruck deutlich zu erkennen. Finde das fast peinlich. Ich wollte das Ding ja onehin so selten wie nur möglich vorzeigen.

Arbeit gab es im Labor wieder ohne Ende. Aber vieles konnte abgeschlossen werden, und ich sehe ruhigeren Zeiten entgegen. Erstmal hab ich ja ab Dienstag ein paar Tage frei.

Und, fast hätte ich es vergessen, die Fuchsien auf meinem Balkon hat Blattläuse! Man stelle sich nur vor.

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zitat6. Mai 2008 - 21:35

Es ist nicht leicht ein Mensch zu sein.

Roy Andersson - Das jüngste Gewitter

Aber es ist sehr leicht einen schönen Film zu machen. Mit “Das jüngste Gewitter” ist es Roy Andersson schon zum wiederholten Mal gelungen. Sehr sehenswert.

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unsortiertes15. März 2008 - 18:28

Das darf nicht sein, war mein erster Gedanke, als ich vor fast zwei Wochen zum ersten mal davon hörte, dass die Regensburger Altstadtkinos vor dem finanziellen Aus stehen. Ich war hier zehn Jahre lang sehr gerne und auch häufig Gast und möchte das auch weiter bleiben. Noch dazu wo ich ja zur Zeit ohne TV-Gerät auskomme. Im ortsansässigen Multiplexkino fühle ich mich einfach nicht wohl. Ich war dort nur vier mal in all den Jahren seit es diese Popcornfabrik gibt. Es wäre sowas von schade, würde diese Institution des Programmkinos nicht mehr existieren. Ich selbst kann mein Scherflein nur damit beitragen, dass ich noch so oft hingehe wie es mir möglich ist. Ich möchte aber an alle Regensburger appellieren wieder mal ins Kino (und zwar ins Richtige) zu gehen. Wer einen Anreiz braucht, ich spendiere hier zwei Kinotaler im Wert von je 6,50 Euro, die im Garbo, im Ostentor und im Turm-Theater unbegrenzt gelten. Wer einen davon gewinnen möchte, schickt mir einfach über das Kontaktformular (zu finden oben rechts) eine eMail. Sofern sich bis Montag mittag mehr als zwei Interessenten melden, verlose ich unter allen Einsendern die Kinotaler. Gibt es nur einen Interessenten, bekommt er beide Taler.

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empfehlungen und Filme28. Februar 2008 - 23:27

Das Traumpaar längst vergangener Tage, trennte sich und trifft sich nun nach 30 Jahren erstmals wieder. Er, immer noch scharf auf sie und sie die Distanzierte, Rachsüchtige die ihm die Grenzen aufzeigen will. Und am Ende bekommt er sie doch wieder ins Bett (diese Szene hätte nicht dieser Explizitheit bedurft, bzw. ausgerechnet dann ins Genre der Komik abzugleiten fand ich störend), um dann sang und klanglos zu verschwinden.

Das Kino hat eindeutig die “Alten” als Zielgruppe entdeckt. Schon drei “Seniorenfilme” die ich 2008 gesehen habe. Aber damit soll es nun auch reichen. Ich bin eindeutig noch zu jung für solches Kino. Dann lieber plumpe Actionfilme, dann muss ich dem Programmkino Adieu sagen. Dieser Film, Wir verstehen und Wunderbar, war aber nicht der Schlechteste, dennoch bleibt nicht viel zu loben. Die Idee der Geschichte vielleicht. Und Charlotte Rampling in der Rolle von Alice. Sehr souverän gespielt. Aber das war es dann auch schon. Für eine Komödie zu seicht. Die üblichen Lacher, als der Hund furzte. Mir ist das zu wenig. Das war wohl ein Reinfall. 3 von 10 Punkten.

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empfehlungen und Filme25. Februar 2008 - 17:01

Once erzählt von einem Typen, der im Geschäft seines Vaters Staubsauger repariert, der aber in Wahrheit leidenschaftlicher Musiker ist und seinen Unterhalt durch Straßenmusik aufbessert. Dabei hört ihn eine tschechische Immigrantin spielen, die arbeitet als Blumenverkäuferin und Putzfrau, ist aber in Wirklichkeit eine begabte Pianistin. Sie erkennt sofort dass er von einer unglücklichen Liebe singt, und darin liegt neben der Musik die nächste Gemeinsamkeit der beiden. Sie treffen sich, und musizieren gemeinsam, schreiben gemeinsame Lieder, nehmen ein Demoband auf.

Es wächst zusammen was zusammengehört. Man wird dieses Gefühl nicht mehr los beim Betrachten der beiden. Erstaunlich gut eingefangen wie ihre Begeisterung wächst, wie sie sich verstehen und wie sie sich mit jedem neuen Song näher kommen. Und hier die Überraschung, der Regisseur belässt es bei dem Film bei der simplen Begegnung von zwei Menschen, die durch ihr gemeinsames Tun das absolute Glück erfahren. So entstand ein kleiner einfacher Film, der Gefühle vermittelt ohne ins Kitschige abzudriften. Der nicht das erwartete Happy End mit sich bringt, der aber auch kein Wehmut erzeugt. Mann und Frau können auch nur Freunde sein und dennoch ihr Glück finden, wie hier in der gemeinsamen Musik.

Ein interessanter Begleitumstand dieses Films ist, dass sich die beiden Hauptdarsteller parallel zu den Dreharbeiten ineinander verliebten und mittlerweile als Paar zusammenleben und musizieren. Manchmal ist das wirkliche Leben vielleicht “kitschiger” als ein Film. Hinweisen möchte ich noch auf die offizielle Homepage, dort kann man sich den Titelsong des Films gratis runterladen. Ansonsten, wer den Film verpasst hat, sollte sich die DVD vormerken. Ich vergebe acht von zehn Punkten.

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empfehlungen und Filme12. Februar 2008 - 23:24

Nachdem ich zuletzt wenig glücklich war, mit den Filmen, die ich mir angesehen haben, gehört 4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage zu den Kino-Highlights der letzten Wochen.

Rumänien Ende der 80er Jahre, zwei Studentinnen, Freundinnen, die zusammen ein Zimmer teilen, und ein Geheimnis. Eine der beiden ist schwanger. Sie will aber das Kind nicht, und hat damit im Rumänien der Ceaucescu-Ära ein Problem. Abtreibung ist unter drastischer Strafe verboten. Es gibt aber sog. Engelmacher, die illegal gegen viel Geld eine Abtreibung vornehmen. Olita will ihrer Freundin helfen. Ein Drama entwickelt sich, dass zeigt wie die Ängste, die Enttäuschungen, aber auch die Solidarität wachsen, wie sie an den Punkt kommen, der sie zu überfordern scheint, wo es kein Zurück mehr gibt und an dem auch der Freundin noch ein Opfer abverlangt wird. Ein einziger Kampf gegen die Sitten eines Regimes, der scheinbar nur mit Austausch von Gefälligkeiten zu bewältigen ist.

Der Film kommt ohne Schuldzuweisung, ohne moralischen Zeigefinger aus und das ist sehr beachtlich und wohltuend. Der Betrachter ist ganz nahe dran, an den Darstellerinnen und der Geschichte, ohne dass es aufdringlich wirkt. Herausragend auch die schauspielerische Leistung. Eine unangenehme, düstere, traurige Geschichte, in einem aufwühlender Film der Extraklasse verpackt. Sehr empfehlenswert: Acht von zehn möglichen Punkten.

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