Das geht dann ganz schnell, und das Geschrei der Vögel und das Gurren der Tauben (nein, die zählen in meinem Privatuniversum nicht zu den Vögeln) verstimmt. Was bleibt ist hin und wieder Gelächter, untermalt von einem babylonischen TV-Gebrabbel, so leise allerdings, dass ich zum Glück nichts davon verstehe. So kann ich mich über Dialoge mir fremder Menschen aus dem Fenster von Gegenüber amüsieren, die von einem neuen Tattoo handeln. Dieser Singsang ist neu, denn im letzten Sommer waren hinter besagtem Fenster noch Praxisräume, und es somit abends ruhig.
Mit dem Licht verschwinden also auch viele Geräusche und andere treten ungewollt in den Vordergrund. Die Nacht, die hat schon was, vor allem draußen, und insbesondere bei lauschigen Temperaturen. Ich wäre gerne ein Nachtmensch. Jetzt hier am Balkon zu sitzen, bis mich friert, und dann mit einer Decke noch länger bleiben, bis mich der Akku des Notebooks im Stich lässt und auch der Bildschirm dunkel wird. Das hätte was. Dazu eine Flasche Wein und vielleicht mürbes Hartweizengebäck. Noch besser - und dann wäre mir sogar die verbleibende Akkulaufzeit vollkommen schnuppe; noch besser also wäre es, der Stuhl hier neben mir wäre nicht leer und die Nachbarn würden einen Blogeintrag verfassen, über Gelächter und Geschnatter, dass sie vom Balkon gegenüber vernehmen.
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