Da war wieder soviel, was mir aufgefallen ist, was hängen geblieben ist, was ich hier kurz reinwerfen wollte. Lapalien, die doch nicht vertwittert werden sollten und so im digitalen Rauschen verschwinden, sondern Nichtigkeiten die man auch noch Jahre später finden soll, und wo man sich dann denkt, meine Güte was muss ich damals Zeit gehabt haben. Denn die Zeitverfluggeschwindigkeit, die wächst die letzten Jahre mit einer Konstanz, von der der DAX beispielsweise nur träumen kann.
Wer mir nicht glaubt, dass die Zeit immer schneller verfliegt, der gucke sich doch nur um. Zum Beispiel hier im Netz, welches übrigens gerade seinen 40. Geburtstag feierte, am 29. Oktober. Len Kleinrock aus Stanford telefonierte damals, 1969 war es, mit seinem Studenten Charley Kline. Dieser befand sich an der UCLA vor einem Computer, der über Telefon mit einem Computer in Stanford verbunden war. Charley tippte ein “L” und fragte übers Telefon: “Habt ihr das L?” - “Ja, wir haben das L”, antwortete Len. Charley sollte “Login” tippen, aber kam nur bis zum “g”, dann stürzte der Rechner ab. Aber egal, es war die erste Datenübertragung. Was dann kam ist Geschichte.
Geschichte sind auch die Homepages bei Geocities. Der Dienst wurde ebenfalls vor wenigen Tagen abgeschalten. Geocites, das war irgendwie der Anfang von Web 2.0. Noch ohne Interaktion, aber jeder Privatmensch war in der Lage sich im WWW zu präsentieren. Alles noch so kompliziert wie lang die zugehörigen Adressen waren. Später kamen die Blogs, und jetzt stehen wir bei Twitter. 140 Zeichen, einfach hingerotzt, verglühen sie in wenigen Stunden in den digitalen Weiten - es gilt dran zu bleiben um möglichst nichts wichtiges zu versäumen. Alles dreht sich immer schneller. Und ich meine es ist auch die Schuld des Internets, das, wenn man nicht aufpasst, einem durchaus einen guten Teil der Gemütlichkeit rauben kann.
1 Kommentar »
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Ach Herr Hith, ich denke aber, daß es auch daran liegt, daß mensch einfach nichts verpassen will und immer schneller immer höher immer mehr und immer weiter kommen will. Irgendwie vergeht unserer Gesellschaft das, was ich grade im Garten lerne und was meiner Schwester ja auch ab und an abgeht: Geduld. Zeit. Das Netz vergißt nicht, und wenn es auf Twitter nach wenigen Stunden schon keinen mehr interessiert, was soll es, dann war es halt nicht wichtig.
Ich bin jedenfalls auch für Entschleunigung und versuche daher, die unnützen Onlinezeiten zu reduzieren….
Kommentar von Caia — 9. November 2009 | 19:40 Uhr