unsortiertes2. Januar 2012 - 16:38

Seit beinahe sechs Stunden gondel ich nun quer durch die Republik, eine gute Stunde noch bis zu Hause. Vollkommen entspannt und relaxt sitze ich im ICE und betrachte dieses Grau, Braun und Schwarz da draußen. Nass, kalt und schmutzig. Natürliches Licht ein scheinbar echter Mangel. Wie mag das z. B. erst in Finnland sein? Dort haben sie vermutlich wenigstens Schnee. Winter ohne Schnee, das ist so ziemlich das Trostloseste was man sich in unseren Breiten vorstellen kann. Ich sollte Fotos machen und sie nach Hollywood schicken, für den Fall, dass sie mal wieder einen Endzeitstreifen produzieren wollen und noch Drehorte suchen.

unsortiertes5. Dezember 2011 - 22:42

Unter Palmen

Vor einer Woche sah der Himmel über mir so aus wie auf dem oberen Bild. Ich war leicht betüdelt von Bier, Wein und Pedro Ximénez (ohne den im wunderschönen Cordóba keine Mahlzeit außer dem Frühstück beendet wird) und vollgefuttert wie selten zuvor. Aber ich hatte noch eine erstaunlich ruhige Hand, denn wie ich gerade bei der Durchsicht der Bilder meiner Urlaubs- respektive Dienstreise feststelle gelang mir eine ganz passable Aufnahme unseres oft schlafraubenden Trabanten. Die wichtigste Erkenntnis dieser Reise und des Eindrucks einer anderen Kultur ist, dass das kostbarste Gut was es gibt Zeit ist. Davon möchte ich mir in Zukunft mehr nehmen. Oder soll ich sagen mir mehr davon erkaufen, denn mehr Zeit bedeutet weniger Geld. Aber, ja, ich glaub das will ich. Seit langem also wieder mal ein Vorsatz fürs neue Jahr, auch wenn es noch ein wenig hin ist bis Silvester.

Mond über Cordóba

unsortiertes4. Dezember 2011 - 16:28

Meine Güte, lebe ich da überhaupt noch, war mein erster und eventuell berechtigter Gedanke, als ich heute in der Sunday Times las, dass in UK bis zum Jahr 2050 keine Kraftfahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr fahren sollen. Wenn das Umweltpolitik sein soll, dann gute Nacht.

Zum ersten, man braucht ein viel schnelleres Umdenken. Pläne von mehr als fünf Jahren werden ja doch nur wieder aufgegeben, oder verändert. Zwänge finden sich bis dahin bestimmt.

Zweitens, das behaupte ich mal ganz provokativ, das Elektroauto wird sich nicht durchsetzen. Es bleibt eine Alternative, aber überall dort wo Menschen mit dem PKW oder LKW größere Strecken zurücklegen wollen oder müssen, ist und bleibt es unrentabel und das auf ganzer Linie. Wer anderer Meinung ist, der möchte mir bitte erklären wie es gelingen soll die Innentempertur in elektrisch betriebenen Fahrzeugen an Tagen wie heute auf einem erträglichen Niveau zu halten, ohne gleichzeitig deren Reichweite extrem zu verkürzen.

Drittens, warum immer gleich so große Ziele ausrufen. Warum nicht damit beginnen, fossile Energieträger zur Gebäudeheizung zu verbieten? Das kann man ab sofort Schritt für Schritt mit ganz individuellen Ansätzen machen und lässt sich zeitnah realisieren. Warum nicht neue Konzepte zur Verringerung des Individualverkehrs im Ganzen erarbeiten. Wenn es sich für mich lohnt (= Querschnitt aus finanziellen Gründen sowie Komfort) fahre ich Bus oder Bahn. Hier muss und kann man Anreize schaffen, dann gelingt es den globalen Energieverbrauch einzudämmen ohne dass man sich weit aus dem Fenster lehnt und etwas verspricht was in beinahe 40 Jahren sein soll.

Ach ja, ganz amüsant, für die britische Lösung stellt man sich Wind- und Atomkraft als Lösung vor um genug Energie abseits von Öl und Gas für die Autos zu erzeugen. Man mag zur Atomkraft stehen wie man will, unabhängig von Sicherheits- und Atommüllproblematik, sind auch hier die Vorräte an spaltbaren Materialen begrenzt. Es ist also so oder so keine Lösung und zeigt mir nur wie sehr die Politik von wirtschaftlichen Interessen irgendwelcher Konzerne abhängt. Bei einer Vision für 2050 stelle ich mir zumindest besseres vor.

unsortiertes30. September 2011 - 21:45

Die letzten Wochen waren mit dem Abstecher in den Bayerischen Wald, dem Kurztrip an die Adria und der Konferenz in dieser Woche im übertragenen Sine so wie dieser Sommer, nämlich einfach zu feucht. In Sachen Alkoholgenuß habe ich da weit über die Stränge geschlagen, gestern dann sogar viel zu weit. So einen Fetzenrausch habe ich schon lange nicht mehr mit mir nach Hause getragen. Trotzdem der Abend bis ganz zum Schluß, als wir als letzter verbliebener Tisch um halb zwei, zu meiner Rettung, rausgeschmissen wurden, sehr schön war, bereue ich heute meine gestrige Disziplinlosigkeit. Der Tag heute wurde nämlich wie erwartet zum Totalausfall. Habe zwar brav meine Pflichten erfüllt und mit Anweseneit bereits um 8:00 wieder geglänzt, doch sonst ging halt gar nichts. Hätte nicht sein müssen, denn das Wochenende über soll es nochmal richtig schön sein, was mir aber nicht viel nutzt, da ich zuviel Arbeit mit ins Wochenende nehme.

unsortiertes15. September 2011 - 23:05

Ich bin auf keinem guten Weg wie mir scheint. Oder ist das normal?

Aufgefallen ist es mir vor ein paar Tagen, als mich diese beiden Damen so bezaubernd angelächelt haben. Wie kam’s? Ganz einfach, Ich gab ihnen für neun Stunden meinen iPod, sowie 220 Euro. Aber keine Sorge, die beiden arbeiten in meiner Stammvertragswerkstatt und nahmen am morgen den Auftrag entgegen, meinem veralteten Autoradio ein Kabel anzubringen, so dass es mp3s abspielen kann. Abends bezahlte ich dafür liebend gerne und bereitwillig 220 Euro. Und die beiden, so bilde ich es mir zumindest ein, lächelten so charmant, weil ich ihnen ausgezeichnete Musik zu Gehör gebracht habe. Aber egal, später dachte ich schon mal, puh, ziemlich teuer, eigentlich, dafür hätte ich ein neues Autoradio bekommen, oder besser gesagt, zwei! Ich muss es mir ja leisten können, bin ich doch eigentlich Mit den Öffis unterwegs.

Und heute, ich bin hier im Bayerischen Wald, vier Sterne Romantikhotel, und was ist? Mich ekelt es vor dem Bett! Vier Sterne! Geht’s noch? Äußerlich ist ja alles top, aber ist es wirklich so? Wer lag hier vor mir im Bett, und … nein, pfui, diese Gedanken erspare ich Euch. Jedenfalls können mich vier Sterne schon nicht mehr überzeugen, so weit ist es also schon gekommen. Zuviel Luxus an den ich mich da gewöhne. Vielleicht sollte ich einfach weniger arbeiten, weniger verdienen und mich freuen, wenn ich mir eine Dreisternherberge leisten kann und ich auf der Fahrt dorthin wenigstens ein Formatradio mit Verkehrsfunk hören kann …

unsortiertes12. September 2011 - 23:05

Das Ende des Sommers, das ist bei mir, so wie auch das Ende des Winters, immer mit Reisen verbunden. Geschäftlich oder dienstlich, meist, oder eigentlich immer: Konferenzen, Workshops, Tagungen, Projektmeetings. Das ist so ein einerseits - andererseits. Prag, Rom, Wien, Barcelona, Kairo, Zürich, … ja schon, angenehm, keine Zweifel, besser als im Büro auf alle Fälle. Und auch die deutschen Ziele: Potsdam, Heidelberg, Düsseldorf, Konstanz, Saarbrücken, Tübingen, Jena, um nur eine kleine Auswahl der letzten Jahre zu erwähnen, sind besuchenswert, und klar, ohne diesen Job käme ich da vermutlich gar nie hin, wozu auch.

Nachdem ich auf Straßburg von Sonntag bis Mittwoch verzichtet habe, geht es diesmal am Donnerstag los. Erstmal wieder für eine Nacht in den Bayrischen Wald und dann direkt am Samstag ans Mittelmeer, unweit von Venedig. Und da ist das andererseits, denn Urlaub ist es halt doch nicht, und wie immer denkt man sich, ein Tag mehr um sich doch noch was anzusehen, das wäre nicht schlecht, bei den internationalen Zielen wünsche ich mir sogar eher drei Tage mehr, aber leider ist das nie drin. Zudem ist die Tage vor solchen Reisen immer soviel zusätzlich zu erledigen, wie Vorträge vorbereiten, dass keine Zeit bleibt sich schon vorab so richtig auf das Reiseziel einzustimmen. Darum reise ich nicht mehr gar so gerne wie zum Beginn meiner Tätigkeiten, und sehe das jetzt eher so einerseits, andererseits …

unsortiertes6. September 2011 - 22:12

buntes Tagesgeschäft

Tagsüber, da bereiten mir meine Mitarbeiter mit obigen Lösungen einen Augenschmaus, und nachts, da backe ich Ihnen zum Dank einen Gaumenschmaus (siehe unten), den dürfen Sie dann morgen schnabulieren. Heidelbeermuffins für gute Arbeit, das ist der Deal, von dem sie aber noch nichts wissen. Nicht das da jetzt jemand neidisch wird, so ist das nicht jeden Tag bei uns.

Belohnung

unsortiertes5. September 2011 - 23:43

Da hab ich eigentlich die fast perfekte Fotoausrüstung, doch was hilft es, wenn sie zu Hause ist und der Akku des digitalkamerabestückten Handsprechapparats bereits fortwährend durch Klopfzeichen nach Strom bettelt. Und genau in diesen Moment - shit happens, murphys law, keine Ahnung - genau dann steht man unvermittelt vor den tollsten Motiven. Heute war es wieder mal so, auf dem Heimweg, die Sonne stand sehr tief und tauchte die Gassen und Plätze der Altstadt in ein tolles güldenes Licht, mit gespenstigem Schattenspiel. Und da standen sie vor mir: Ein Ehepaar, beide um die 50, Touristen, der Sprache nach aus Russland. Sie posierten mitten auf der Straße, die beiden Türme des Domes im Hintergrund. Sie duckten sich ein klein wenig, um diesen Blick auf den Dom nicht zu verstellen, denn ein Begleiter, ich vermute ihr Sohn, sollte ein Foto von Ihnen machen. Soweit, bis auf die geduckte Haltung, nichts so besonderes, hätten sie nicht beide in beiden Händen je einen tropfenden Döner gehalten. Das, dieses Licht, Ihr von der Sonne geblendeter Gesichtsausdruck, und meterlange Schatten hinter ihnen, das machte das sehr einmalig. Bin mir sicher, da werden die beiden, wenn sie die Fotos zu Hause mal vorzeigen, viele Lacher kassieren.

Tja, und ich überleg mir, ob ich mir nicht doch noch so eine kleine Knipse zulege, denn die Spiegelreflex, die kommt doch zu selten mit, und dann könnte ich diese Schnappschüsse hier einfach zeigen, statt sie unbeholfen zu beschreiben.

unsortiertes4. September 2011 - 20:32

Zugegeben ich hatte Angst einzuschlafen, und genau deswegen hab ich mich für heute Nachmittag 16:30 Uhr zum ungewohnten Kinobesuch entschieden. Für diese Angst sorgte Woody Allen, “Ich sehe den Mann deiner Träume”, hieß sein letzter Film, und der war so grottenschlecht, dass ich tatsächlich eingeschlafen bin. Aber ganz anders Woody Allens neuester: Midnight in Paris. Die Angst dabei einzuschlafen ist komplett unbegründet, ich amüsierte mich aufs Trefflichste. Ausgezeichnete Charaktere, sehr gute Schauspieler und natürlich, unübertroffen, die Dialoge die Woody Allen seinen Protagonisten in den Mund legt. Alles in allem sehr sehenswert dieser Film.

Allerdings hat mich der Kinobesuch mit einer Frage zurückgelassen: Warum war ich eigentlich noch nie in Paris? Vielleicht ist die Antwort ziemlich einfach: Stadt der Künstler, Stadt der Verliebten … Tja, beides ist nicht so wirklich meines; ja, das wird es wohl sein. Schade, denn ich denke es wäre reizvoll Paris mal zu bereisen.

unsortiertes3. September 2011 - 23:27

Sonnenuntergang über der Donau

Obwohl, kein Wehmut, denn morgen soll es ja auch noch mal so schön und vor allem warm sein. Der Sommer kam ja hier in diesem Jahr eigentlich erst so richtig zur Blüte als ich mir die ersten Lebkuchen und Spekulatiusse kaufte. September mag ich aber wirklich gerne, denn es ist am morgen und in der Nacht schon so richtig kühl um nicht zu sagen kalt und tagsüber doch immer noch angenehm warm. So könnte ich es wochenlang aushalten, vor allem mit Lebkuchen …